Ich glaube, fast jeder hat schon mal Online-Shopping gemacht. Fast nicht  mehr aus dem Strassenbild wegzudenken, sind die Pakete mit dem Zalando-Logo drauf. Schaut mal in einen Transporter der Post. Man sieht fast nur Pakete von Zalando und Co.

Fazinierend ist, dass ein nicht unerheblicher Anteil wieder als Retoure bei Zalando oder besser gesagt, bei den Dienstleistern von Zalando landet und dort wieder aufbereitet wird oder mit grossen Abschlägen in Outlet-Stores verkauft wird. Für diese Online-Shops ist Nachhaltigkeit ein Fremdwort und leider machen viel zu viele Menschen bei diesem Spiel mit.

Aber warum sind wir so anfällig für Online-Shopping?

Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Wahrscheinlich gibt es gerade wieder eine neue  Studie oder Doktorarbeit, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Ich habe vor kurzem gelesen, dass Online-Shopping eine Art Weihnachten während des Jahres auslöst. Man bestellt sich etwas online, im Moment des “Bestellen”-Buttoms hat man schon wieder vergessen, was man bestellt hat.

Aber ein paar Tage später steht überraschenderweise ein Paket vor der Tür. Das Paket wird geöffnet, du fühlst dich wieder wie ein Kind, das gerade die Weihnachtsgeschenke öffnet. Schwupps, man freut sich über die tolle Bluse, die Slimmy Jeans oder den schönen BH. Dann nichts wie rein in die Sachen und probieren.

Und vorm Spiegel dann vielleicht die erste Enttäuschung: zu klein, zu gross, zu bunt. Hmmmm, was mache ich nun? Wieder zurückschicken? Oh nein, wieder zur Post das Paket aufgeben. Hmm, vielleicht gefällt es mir doch irgendwann mal oder ich wachse rein 😉

Also, landen die Sachen im Kleiderschrank, ganz hinten natürlich. Fairerweise muss ich auch sagen, da bleiben sie. Es sei denn ich spende die Kleider für einen guten Zweck. Oft werden die Sachen auch einfach nur weggeschmissen, das vermeide ich aber wirklich. Dafür haben zuviele Menschen an diesem Kleidungsstück arbeiten müssen unter vielleicht nicht immer sehr humanitären Arbeitsbedingungen.

Ich habe für mich entschieden, dass ich mich nicht mehr verleiten lasse, Kleidung online zu bestellen.

Lieber gehe ich in einen Laden und lasse mich beraten. Ich sehe gleich, ob mir etwas passt oder ob ich doch die andere Grösse brauche. Wirklich gut finde ich in einem Second Hand Laden einzukaufen. Bei den Second Hand Läden hat sich in den letzen Jahren auch etwas getan. Es gibt auch exklusive Läden, wo man schöne Kleidung zu einem wirklich guten Preis kaufen kann. Ich habe mich vor ein paar Wochen mit Absicht dafür entschieden in einem Second Hand Laden einzukaufen. Ich habe etwas für eine Abendveranstaltung benötigt. Wie es so ist, braucht man diese Art von Kleidung nur für einen Abend. Die Beratung war persönlich und mir wurden verschiedene Kleider angeboten, leider musste ich mich für eins entscheiden. Ich hätte eigentlich alle nehmen können. Und: ich habe mich richtig entschieden. Das Kleid sitzt wie angegossen und schaut genial aus. Dieses Erlebnis hätte ich über Online-Shopping nie gehabt.

Versteh mich nicht falsch, ich möchte Online-Shopping nicht verteufeln. Auch ich bestelle online. Und zwar Sachen, wo ich weiss, dass ich sie 1000% auch benützen werde.

Ich denke aber, es ist mal an der Zeit sich wieder bewusst zu machen, in welcher Gesellschaft wir leben. Muss es wirklich die Überflussgesellschaft sein, wo ein T-Shirt nicht älter als 3 Monate wird, weil es dann schon wieder out ist?

Ist es nicht besser, mehr auf die Qualität in den Dingen zu achten, mit denen wir uns tagtäglich umgeben?

Ich habe auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wenn ich weiss, wie meine Kleidung und Kosmetik hergestellt wurde.